Absichtserklärungen und elektronische Rechnungen

Exportorientiere Unternehmen haben bekanntlich die Möglichkeit, einige Lieferungen und Leistungen ohne MwSt. zu erwerben.

Dazu muss der Exporteur eine Absichtserklärung (dichiarazione d’intento) an die Agentur der Einnahmen senden. Eine Aushändigung einer Kopie derselben an den Lieferanten ist hingegen nicht mehr vorgesehen, wohl aber aus praktischen Gründen notwendig. Der Lieferant wiederum muss vor Versand der Ware und vor Rechnungsstellung (je nachdem was früher erfolgt) die Echtheit der Absichtserklärung über das Steuerpostfach (Cassetto fiscale) der Agentur der Einnahmen prüfen.

Es ist nicht mehr notwendig, die Absichtserklärungen fortlaufend zu nummerieren und diese dann in einem eigenen Register eintragen. Außerdem müssen die Eckdaten der Absichtserklärung und die Protokollnummer der vom Exporteuer vorgenommenen Versendung an die Agentur der Einnahmen in einer eigenen Übersicht der MwSt.-Jahreserklärung angegeben werden.

Der Lieferant ist zusätzlich verpflichtet, auf der elektronischen Rechnung, die er an den Exporteur ohne MwSt. ausstellt (Kodex „N3 – non  imponibile“), die Befreiungsnorm (Art. 8, Abs. 1c DPR 633/72) und die Eckdaten der Absichtserklärung (Protokollnummer, die von der Agentur der Einnahmen auf der Empfangsbestätigung erteilt wird  und –datum) anzuführen, wobei diese im Feld „Causale“ oder „AltriDatiGestionali“ anzuführen ist. Geplant ist, diese Rechnungen in Zukunft automatisch zu kontrollieren.

Achtung: ein etwaiges Fehlverhalten wird mit hohen Verwaltungsstrafen (100% der MwSt.) geahndet! Da unsere Kunden i.d.R. keinen Zugang zu Ihrem Steuerpostfach haben, empfehlen wir Ihnen dringend, dass Sie uns bei Erhalt einer Absichtserklärung kontaktieren und den Versand der Ware oder die Rechnungsstellung (je nachdem was früher erfolgt) erst dann erledigen, wenn Sie von uns die Rückantwort erhalten haben, die die Echtheit der Absichtserklärung bestätigen. Die Agentur der Einnahmen protokolliert nämlich die Zugänge zu den Absichtserklärungen und kann somit einen evtl. vorschnellen Versand prüfen, eine zu frühe Rechnungsstellung wahrscheinlich sogar automatisch ahnden.

Bei unbekannten Kunden sind zusätzliche Prüfungen notwendig, da die Prüfung der Echtheit der Absichtserklärung über das Steuerpostfach zwar eine notwendige, aber keine ausreichende Tätigkeit ist, um alle vorgesehenen Sorgfaltspflichten zu erfüllen.
Dr. Simon Perathoner
Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Dr. Simon Perathoner

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