Neuer Verlustbeitrag

Zusätzlich zu dem im März verabschiedeten Verlustbeitrag gemäß erstem Unterstützungsdekret (sog. „decreto sostegni“) wird nun wiederum ein Verlustbeitrag ausbezahlt, wobei die Höhe des auszuzahlenden Betrages aufgrund von mehreren Faktoren variiert.

Automatisch wird all jenen, die bereits den ersten Verlustbeitrag gemäß erstem Unterstützungsdekret erhalten haben, auch der Verlustbeitrag gemäß zweitem Unterstützungsdekret in gleicher Höhe ausbezahlt. Automatisch bedeutet, dass für die Auszahlung kein weiterer Antrag an das Finanzamt gestellt werden muss – der Betrag wird direkt auf das Konto des Begünstigten ausbezahlt, der bereits im Antrag zwecks Auszahlung des ersten Unterstützungsdekrets genannt wurde.

Alternativer Verlustbeitrag
In Alternative oder ergänzend zum „automatischen Verlustbeitrag“ steht ein weiterer steuerfreier Verlustbeitrag für jene Subjekte zu, die im sog. Pandemiejahr (01.04.2020 – 31.03.2021) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (01.04.2019 -31.03.2020) einen Umsatzrückgang von mindestens 30% erlitten haben. Die wesentliche Neuerung ist somit der unterschiedliche Bezugszeitraum. Der subjektive Anwendungsbereich bleibt hingegen unverändert – Unternehmer und Freiberufler mit Erlöse oder Einnahmen von weniger al 10 Mio. Euro erhalten den alternativen Beitrag. 

Für die Ermittlung des Verlustbeitrages muss ausgehend vom jährlichen Umsatzrückgang der durchschnittliche monatliche Umsatzrückgang ermittelt werden, welcher dann die Bemessungsgrundlage für den eigentlichen Verlustbeitrag darstellt. 

Die Höhe des Verlustbeitrages variiert aufgrund der Tatsache, ob der Steuerpflichtige bereits den Verlustbeitrag gemäß erstem Unterstützungsdekret erhalten hat oder nicht. Hat der Steuerpflichtige diesen erhalten, so ist der Verlustbeitrag wie folgt gestaffelt:
 
  • 60% für Umsätze bis zu 100.000 €;
  • 50% für Umsätze zwischen 100.000 € und 400.000 €;
  • 40% für Umsätze zwischen 400.000 € und 1 Million €;
  • 30% für Umsätze zwischen 1 Million € und 5 Millionen €;
  • 20% für Umsätze zwischen 5 Millionen € und 10 Millionen €;

Wurde der automatische Verlustbeitrag bereits ausbezahlt, wird nur die positive Differenz ausbezahlt. Eventuelle negative Differenzen müssen nicht rückerstattet werden.

Beispiel:
Ein Unternehmen mit einem Umsatzerlös im Zeitraum 01.04.2019 – 31.03.2020 von 400.000 € und einem Umsatzerlös im Pandemiejahr 01.04.2020 – 31.03.2021 von nur mehr von 100.000 € hat einen Umsatzrückgang von mehr als 30 % erlitten. Der Umsatzrückgang beträgt insgesamt 300.000 €, was einem durchschnittlichen monatlichen Umsatzrückgang von 25.000 € entspricht (300.000 € /12). Unter Anwendung des Fördersatzes von 50%, der für einen Umsatz zwischen 100.000 € und 400.000 € vom Gesetz vorgesehen wird, ergibt sich für den effektiv zustehenden Verlustbeitrag folgende Rechnung: 25.000 * 50% = 12.500 €. Hat das Unternehmen bereits einen automatischen Verlustbeitrag erhalten in Höhe von 10.000 €, wird nur die Differenz in Höhe von 2.500 € ausbezahlt. Betrug der automatische Verlustbeitrag hingegen 13.000 €, muss nichts zurückbezahlt werden.

Hat der Steuerpflichtige hingegen den Verlustbeitrag gemäß erstem Unterstützungsdekret nicht erhalten, fällt der alternative Verlustbeitrag höher aus:
 
  • 90% für Umsätze bis zu 100.000 €;
  • 70% für Umsätze zwischen 100.000 € und 400.000 €;
  • 50% für Umsätze zwischen 400.000 € und 1 Million €;
  • 40% für Umsätze zwischen 1 Million € und 5 Millionen €;
  • 30% für Umsätze zwischen 5 Millionen € und 10 Millionen €;

Um den alternativen Verlustbeitrag zu bekommen, muss ein eigenes Ansuchen an das Finanzamt verschickt werden. Das Ansuchen muss innerhalb von 60 Tagen über ein neu geschaffenes Portal auf elektronischem Weg an das Finanzamt übermittelt werden – das entsprechende Portal ist jedoch noch nicht aktiv, weswegen es Stand heute noch nicht möglich ist, um den Beitrag anzusuchen.
Sobald das Ansuchen möglich ist werden wir Sie kontaktieren und – sofern von Ihnen gewünscht – die notwendigen Berechnungen durchführen und das Ansuchen einreichen.

Es wurde außerdem ein zusätzlicher Verlustbeitrag für die von der Coronakrise „besonders betroffenen Sektoren“ angekündigt – die entsprechenden Details wie der genaue Anwendungsbereich sowie die Höhe des Beitrages müssen allerdings noch erst definiert werden.
Dr. Mirko Oliva
Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Dr. Mirko Oliva

Mitteilungen

loading...

Bleiben Sie informiert!