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Fiskus aktiviert Informationsfluss bei Krytowährungen und verschärft Kontrollen: Prüfungen reichen bis 2021 zurück

Die italienische Steuerbehörde (Agenzia delle Entrate) hat mit einer Verordnung vom 22. Juni die operative Umsetzung der EU-Richtlinie DAC8 und des OECD-Rahmenwerks CARF besiegelt, wodurch die Anonymität im Krypto-Sektor faktisch beendet wird. Künftig sind Steuerzahler nicht mehr nur selbst zur Deklaration verpflichtet, sondern es werden strukturierte Datenströme von den Intermediären direkt an den italienischen Fiskus geleitet.

Nach der nationalen Umsetzung der MiCA-Verordnung sind in Italien derzeit nur fünf Unternehmen offiziell zugelassen und werden von der Consob und der Banca d’Italia reguliert, sowie in Bezug auf Geldwäsche überwacht: Banca Sella, CheckSig, Conio, CoinFlip und RIV Digital. Die steuerliche Transparenz wird damit zur tragenden Säule des Kryptomarktes.

Zur Datenübermittlung an den Fiskus sind alle Krypto-Dienstleister (CASPs) verpflichtet, die in Italien zugelassen sind, dort operieren oder eine Betriebsstätte unterhalten; befreit sind nach jährlicher Meldung nur jene Akteure, die gleichwertige Pflichten bereits in einem anderen EU-Staat oder einem qualifizierten Drittstaat erfüllen.

Konkret müssen die Dienstleister für jeden Nutzer Identifikationsdaten, Steuerwohnsitz, Steuernummer sowie Geburtsdaten übermitteln, bei juristischen Personen zudem Angaben zu den wirtschaftlich Berechtigten. Pro Krypto-Anlage werden aggregiert Beträge, Einheiten und die Anzahl der Transaktionen gemeldet – dies umfasst Käufe und Verkäufe gegen Fiat-Währungen, Krypto-zu-Krypto-Täusche sowie Transfers, selbst wenn diese an Krypto-Wallets außerhalb bekannter Intermediäre gehen.

Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt und signiert als XML-Datei über die offiziellen Behördenkanäle (Entratel/Fisconline), wobei ausländische Anbieter sich in Italien registrieren müssen, um eine Identifikationsnummer (IIN) zu erhalten. Eventuelle fehlerhafte Übertragungen müssen vollständig wiederholt werden, um die Vollständigkeit der Datensätze zu garantieren.

Die italienische Finanzpolizei intensiviert zusätzlich ihre Kontrollen bezüglich nicht erklärter Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen. Die Ermittlungen betreffen nicht nur Gewinne seit Einführung der ausdrücklichen Regeln zur Besteuerung von Kryptowährungen im Jahr 2023, sondern reichen bis zum Jahr 2021 zurück.
Untersucht werden unter anderem hohe oder wiederkehrende Transaktionsvolumen, besonders große Wallet-Bestände, häufige Übertragungen zu oder von Kryptobörsen sowie Abweichungen zwischen den festgestellten Aktivitäten und den abgegebenen Steuererklärungen.

Da eine Wallet-Adresse allein keine eindeutige Identifizierung ermöglicht, versuchen die Ermittler festzustellen, welche Person tatsächlich hinter einem Wallet steht und ob eine Verbindung zu Italien besteht. Dazu werden Daten von Kryptodienstleistern, die für den Plattformzugang verwendeten IP-Adressen, sowie Banküberweisungen zwischen Kryptoplattformen und italienischen Konten miteinander verknüpft. Eine weitere Informationsquelle sind Meldungen über verdächtige Transaktionen, die vor allem von Anbietern von Kryptodienstleistungen abgegeben werden.
Dr. Mirko Oliva
Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Dr. Mirko Oliva

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