Erbregelung - Erbschaft - Schenkung

Sich frühzeitig um eine Erb- und Nachfolgeregelung zu kümmern ist wichtiger als man denkt

Konfliktfrei vererben. Wir helfen dabei.

Das eigene Erbe zu Lebzeiten regeln - das ist der Wunsch von vielen, die gerne verhindern möchten, dass unter den Erben ein Streit entbrannt bezüglich der Aufteilung der Erbmasse.

Bei der testamentarischen oder gesetzlichen Erbregelung ist das Vermögen gemäß gesetzlichen Quoten unter den Erben aufzuteilen und jeder Pflichterbe, der weniger bekommen hat als ihm gesetzlich zusteht, kann dies von den anderen Erben einfordern. Die Bewertung der einzelnen Güter sowie die zu Lebzeiten gemachten Rechtsgeschäfte des Erblassers führen in Italien leider oft zu Erbstreitigkeiten, die sich auch über viele Jahre hinziehen können.

In diesem Zusammenhang bietet das italienische Rechtssystem einige Möglichkeiten zur Gestaltung der Erbregelung bereits zu Lebzeiten des Erblassers, wobei es eben möglich ist, Streitigkeiten unter den Erben bereits zu Lebzeiten zu vermeiden bzw. zu minimieren.

Grundsätzlich kann, unter Einhaltung der gesetzlich vorgesehenen Pflichtteile ( wie z.B. für den Ehegatten oder für die eigenen Kinder), das eigene Vermögen bereits zu Lebzeiten aufgeteilt und auch übertragen werden.

Hierzu können Schenkungen oder Verkäufe bereits zu Lebzeiten gemacht werden, wobei die Gestaltungsmöglichkeiten gleichwohl wie die Möglichkeiten der steuerlichen Optimierung stark fallabhängig sind.

Ist ein Großteil der Erbmasse in einem Unternehmen gebunden, ist eine faire Aufteilung auf mehrere Erben z.B. durch den Familienvertrag (Art. 768bis u.f. ZGB) möglich; dieser ist ein Vertrag, mit dem der Unternehmer oder der Gesellschafter bereits zu Lebzeiten sein Unternehmen an seine Nachkommen übertragen kann, ohne dass der Betrieb später beim Ableben des Unternehmers zum Gegenstand weiterer erbrechtlicher Forderungen wird. Der Unternehmer hat also de-facto die Möglichkeit zu bestimmen, welcher Erbe den Betrieb weiterführen soll, ohne dass das Verbot von Abmachungen über die Erbfolge verletzt wird.

Eine Regelung zu Lebzeiten erscheint sinnvoll, da in Italien immer wieder darüber diskutiert wird, die Erbschaft- und Schenkungssteuer in Italien einer Reform zu unterziehen.

Diesbezüglich gab es verstärkt ab dem Herbst 2014 Meldungen, dass der Steuersatz der Erbschafts- und Schenkungssteuer erhöht und der Freibetrag für direkte Nachkommen auf 300.000 Euro oder noch weniger reduziert werden sollen. Auch wurde über eine Abänderung der Bewertungmethode bei den Immobilien gesprochen; momentan gibt es noch die Möglichkeit, eine günstige Bewertungmethode heranzuziehen, welche die Angabe von Werten ermöglicht, die unter dem Marktwert liegen.

Da im internationalen Vergleich die Erbschafts-und Schenkungsteuer in Italien als besonders günstig gilt, ist es nicht unwahrscheinlich, dass der italienische Staat über kurz oder lang die Erbschaft-und Schenkungssteuer erhöhen wird. Es sei daran erinnert, dass in direkter Linie (z.B. von Eltern an Kind) der Steuersatz beider Steuern 4% beträgt, wobei bis zu einer Steuerbemessungsgrundlage in Höhe von 1 Million Euro pro Nachkommen keine Steuer anfällt.

Gasser Springer Perathoner Eder & Oliva ist führend in der Beratung bei Erb- und Nachfolgeregelungen und steht Ihnen gerne als kompetenter Partner bei Ihrer Erbregelung zur Seite.
Häufig gefragt

Kann ich mein Erbe auch schon zu Lebzeiten regeln?

Natürlich ist es möglich, bereits zu Lebzeiten das eigene Erbe zu regeln. Es empfiehlt sich sogar, um Erbstreitigkeiten unter den Erben zu vermeiden. Zu beachten ist allerdings, dass in Italien nahen Verwandten der sogenannte Pflichtteil am Erbe zusteht. Die Höhe des Pflichtteiles hängt von der Anzahl der Erben ab. Neben den Pflichtteilen besteht auch der sogenannte frei verfügbarer Teil der Erbmasse, den der Erblasser jedermann zukommen lassen kann. Dies kann dazu führen, dass ein Pflichterbe ein höheren Anteil erhält oder ein Dritter (wie z.B. eine Lebensgefährtin, ein Verein, etc.) einen Teil der Erbmasse erhält.;

Kann ich einen Pflichterben enterben?

Laut geltendem Gesetz ist es nicht möglich, einen Pflichterben (Ehepartner oder Kinder) vollständig zu enterben. Es bietet sich allerdings Spielraum für die Zuwendung des sog. frei verfügbaren Teils.;
Pflichtteile Erbschaft

Erbteil ohne Testament

Erbe Erbteil
Ehepartner Ganzes Vermögen
Ehepartner + 1 Kind 1/2 Ehepartner, 1/2 Kind
Ehepartner + 2 oder mehrere Kinder 1/3 Ehepartner, 2/3 Kinder
Ehepartner + Vorfahren 2/3 Ehepartner, 1/3 Vorfahren
1 Kind Ganzes Vermögen
Mehrere Kinder Aufteilung in gleichen Teilen
Ehepartner + Geschwister 2/3 Ehepartner, 1/3 Geschwister
Geschwister Aufteilung in gleichen Teilen
Andere Verwandte Aufteilung in gleichen Teilen
Lebensgefährte/in 0
;

Erbteil mit Testament

Erbe Pflichtteil Frei verfügbarer Teil
Ehepartner 1/2 Vermögen 1/2
Ehepartner + 1 Kind 1/3 Ehepartner,
1/3 Kind
1/3
Ehepartner + 2 oder mehr Kinder 1/4 Ehepartner,
1/2 Kinder
1/4
Ehepartner + Vorfahren 1/2 Ehepartner,
1/4 Vorfahren
1/4
1 Kind 1/2 Vermögen 1/2
Mehrere Kinder 2/3 Vermögen 1/3
;

Mitteilungen

loading...

Bleiben Sie informiert!